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1

Mittwoch, 27. Juni 2012, 11:58

Perlendrehen an der Esse?

Hallo Historiker! :-)

Ich interessiere mich für die Darstellung von Kelten in Bayern (ohne ins Detail gehen zu wollen
tendenziell späte LaTene Zeit) und versuche herauszufinden, wie Perlen mit historischen Mitteln gemacht
wurden. Bisher kenne ich nur das Perlendrehen an der Gasflamme.

Habt ihr Erfahrung, (ganz einfache) Perlen am Feuer zu drehen? Mein Mann stellt mit der Feldesse
einen Schmied dar, also hätte ich Glut zur Verfügung. Allerdings ist das schwefelhaltige
Schmiedekohle - schädigt das das Glas? Ist die Glut für sich heiss genug, oder muss der Blasebalg
noch Luft dazupumpen?

Diverse Youtube Videos waren noch nicht sonderlich hilfreich...

So viele Fragen :-)

Gruss,

Astrid

2

Mittwoch, 27. Juni 2012, 12:25

Hallo Astrid

Kennen wir uns??? :)

Ich bin eine Keltin aus Salzburg bei den Alaunis vom Dürnnberg bei Hallein.

Ich bin zwar immer bin meinem Gasbrenner unterwegs, aber ich kenne eine Gruppe die mit einem Historischem Lehmofen perlen.

Die sind zwar Bajuwaren Darsteller, aber der Lehmofen ist ja der gleiche. Das ist deren Seite : http://www.norsfarandi.de/

Ganz liebe Grüße Karin

3

Mittwoch, 27. Juni 2012, 12:29

Ich kenne auch jemanden vom Römer & Bajuwarenmuseum Kipfenberg (kommt selber glaube ich aus dem Münchner Raum) , der an der Esse arbeitet. Kann Dir heute Abend gerne die Kontaktdaten schicken.

LG

Peter
Da in Haitabu und Birka keine Kupferkabel gefunden wurden steht fest... die Wikinger hatten W-Lan !

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Perlenwickler.de

4

Mittwoch, 27. Juni 2012, 12:38

Hallo Peter

Das ist Martin, vom Link oben wenn ich jetzt nicht sehr falsch liege :)

Lg Karin

5

Mittwoch, 27. Juni 2012, 13:15

Ich kenne auch jemanden vom Römer & Bajuwarenmuseum Kipfenberg (kommt selber glaube ich aus dem Münchner Raum) , der an der Esse arbeitet. Kann Dir heute Abend gerne die Kontaktdaten schicken.
Gerne! Das Arbeiten am Ofen sieht nicht ganz einfach aus.

Gruss,

Astrid

6

Mittwoch, 27. Juni 2012, 13:26

Kennen wir uns??? :)
Ich bin eine Keltin aus Salzburg bei den Alaunis vom Dürnnberg bei Hallein.
Ich bin zwar immer bin meinem Gasbrenner unterwegs, aber ich kenne eine Gruppe die mit einem Historischem Lehmofen perlen.
Die sind zwar Bajuwaren Darsteller, aber der Lehmofen ist ja der gleiche. Das ist deren Seite
http://www.norsfarandi.de/

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Hi Karin!

Ich glaube wir kennen uns nicht - ich bin aus München. Wir waren mal mit der Gruppe Saoirse Celtoi
(jetzt Daruvenia) aus Niederbayern unterwegs, die sind uns aber zu weit weg. Drum starten wir eine
kleine eigene Gruppe, mal schaun...

Das Bild von Norsfarandi habe ich sogar schon anderweitig gefunden. Ich überlege schon, ob ich als
ersten Test einen grossen Blumentopf umdrehe und ein Stück aus der Seite herausbreche :-D und das
mit Glut probiere... das ist sicher Holzkohle, ohne Blasebalg geht da nix.

Mein Problem ist aber wie man das Glas schmilzt und auf den Dorn bekommt. Haben die früher auch
erst Stangen gemacht? Oder Scherben/ Brösel vorgeschmolzen und irgendwie aufgenommen? Das
Handling ist sicher ganz anders als am Brenner.

Servus,

Astrid

7

Mittwoch, 27. Juni 2012, 14:35

Hallo Peter

Das ist Martin, vom Link oben wenn ich jetzt nicht sehr falsch liege :)

Lg Karin


Ich werde es heute Abend sehen. Habe einen kleinen Prospekt von der Arbeitsgemeinschaft mitgemommen.

LG

Peter
Da in Haitabu und Birka keine Kupferkabel gefunden wurden steht fest... die Wikinger hatten W-Lan !

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Perlenwickler.de

8

Mittwoch, 27. Juni 2012, 14:43

Hallo Astrid,

da du aus München bist, guck mal bei der VHS Olm (Feldkirchen, Aschheim, Kirchheim) https://www.vhsolm.de/programm/webbasys/…me=Bajuwarenhof

Tobias Brendle beschäftigt sich mit der Glasperlenherstellung zur Bajuwarenzeit am Lehmofen und gibt da einen Kurs. Ich hab den Kurs bei ihm gemacht gehabt und wir haben am Lehmofen mit Blasebald Perlen gedreht. Weiss nicht, ob dir das vielleicht hilft.

Viele Grüße,

Mareike.

9

Mittwoch, 27. Juni 2012, 14:47

guck mal bei der VHS Olm (Feldkirchen, Aschheim, Kirchheim) https://www.vhsolm.de/programm/webbasys/…me=Bajuwarenhof

Tobias Brendle beschäftigt sich mit der Glasperlenherstellung zur Bajuwarenzeit am Lehmofen und gibt da einen Kurs. Ich hab den Kurs bei ihm gemacht gehabt und wir haben am Lehmofen mit Blasebald Perlen gedreht. Weiss nicht, ob dir das vielleicht hilft.


Hi,

der Kurs war schlagartig voll und ich kam nicht mehr rein :-|
Erst nächstes Jahr wieder...

Ich kenne den Bajuwarenhof, ich arbeite da um die Ecke :-)

Servus,

Astrid

10

Mittwoch, 27. Juni 2012, 14:58

Hi Astrid,

ja, da gibt es nicht viele Plätze. Ich muss auch sagen zum Perlendrehenlernen ist er nicht so doll, da gabs schon ein paar Schnitzer (wie wir stecken die Perlen mit dem Dorn ins Vermicult, so dass sie letztendlich doch an der Luft abkühlen und nur der Dorn im Vermicult steckt), aber zum Lehmofendrehenausprobieren ist es interessant und angefixt war ich trotzdem danach ;-). Du könntest auch versuchen ihn über die VHS oder den Bajuwarenhof zu kontaktieren, er macht auch immer wieder mal so Vorführungen.

Viele Grüße,

Mareike.

11

Mittwoch, 27. Juni 2012, 15:34

Genau, das ist er, Tobias. Ihn hab ich in Kipfenberg vor zwei Wochen kennengelernt. Er sprach auch von den Kursen die er am Bajuwarenhof und in der VHS gibt.

LG
Peter
Da in Haitabu und Birka keine Kupferkabel gefunden wurden steht fest... die Wikinger hatten W-Lan !

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Perlenwickler.de

12

Mittwoch, 27. Juni 2012, 16:21

Hallo Astrid,
ich drehe seit einigen Jahren Perlen an einer offenen Esse, allerdings mit Doppelkammerblasebalg. Das ist ein Kompromiss, damit ich an der Esse ganz allein und selbständig arbeiten kann ohne jemanden an den Blasebalg stellen zu müssen.
Ich kann Dir anbieten 2013 beim Heerbann in Bruchmühle (http://www.heerbann.de) an meinem Workshop teilzunehmen ( Kosten nur etwas Kohle für die Kohle ;) ).
Ansonsten kann ich Dir auch gern hier weiterhelfen.
Das ist meine Esse:

Ich arbeite mit guter Buchenholzkohle, Glasstangen und auch Glasrtesten/ Scherben. Letztere müssen langsam und gut Vorgewärmt werden, sonst springen sie schnell.
Stangen gab es früher auch (Glasmasse im Ofen wird mit Stab aufgenommen und gezogen).

Viel Freude beim ausprobieren!

Herzliche Grüße
Sylvia
http:www.hagedisenhain.de
historische Glasperlenherstellung, Specksteinbearbeitung, Wikinger-Schaukampf

13

Donnerstag, 28. Juni 2012, 11:52

Oh ja, an dem Workshop würde ich gerne teilnehmen!

Wann ist der nächste Heerbann - auf der Page war kein Datum für 2013 zu finden (evtl. Ostern?).

Gruss,

Astrid

14

Donnerstag, 28. Juni 2012, 14:43

Hallo Astrid,
der Heerbann findet immer am letzten Aprilwochenende statt.
Der Termin wird ende des Jahres veröffentlich, die Anmeldeunterlagen kann man immer ab Januar herunterladen.
Kosten vor Ort sind 5,- € pro Teilnehmer für Holz, Wasser, Toiletten.
Es gibt jede Menge Handwerksworkshops (Schmieden, Bernsteinschleifen, Weben usw.) und viele Kampf-/Trainingsworkshops für die KämperInnen.
Dann immer die große Feldschlacht und eine Waldschlacht.

Vielleicht klappts es bei Euch dort zu lagern!?

Herzliche Grüße!
Sylvia
http:www.hagedisenhain.de
historische Glasperlenherstellung, Specksteinbearbeitung, Wikinger-Schaukampf

16

Donnerstag, 28. Juni 2012, 20:49

Hallo Ihr Perlenimofenfeuermacher

Mir fällt da Thorben Sode ein, Seines Zeichens Anthropologe und Kenner der alten Handwerke in Anatolien und Indien.

Er hat zwei Bücher zum Thema geschrieben, die ich kenne:
"Anatolske Glasperler" auf Dänisch.
"Glass, Glassbeads and Glassmaker in northern India" auf Englisch.

In beiden Büchern wird der Bau von Lehmöfen zum Perlenmachen beschrieben, die mit Holzfeuerung und "Naturzug" arbeiten. Diese Öfen haben ca. 1,5m Durchmesser und eine vertiefte Feuergrube. Außer dem Stochloch haben sie rundherum Arbeitslöcher und Kühlkammern. In den Arbeitslöchern sind pfannenartige Tiegel, in denen das Rohglas erhitzt und geschmolzen wird. Man arbeitet mit angespitzten Punties, um das Glas an den konischen Dorn zu bringen. Die Formgebung erfolgt außerhalb auf einer Märbelplatte oder mit Handwerkzeugen (vom Dorfschmied).

Man müßte eigentlich auch einen schlanken "Kanonenofen" bauen können, dessen Abhitze nach oben durch ein relativ schmales Loch geht und so eine Art vertikale Flamme erzeugt.

Dudles F. Giberson, Jr. hat im Buch "A Glassblower's Companion" ein "Vertikales Gloryhole" beschrieben, das recht kompakt ist. Er glaubt, daß mit derartigen Öfen die ersten Kerngefäße gefertigt wurden. Auch auf diese Technik geht er recht detailliert ein. Einen Test wäre dieser Aufbau, mit Buschholz geheizt, in jedem Fall wert. Mit einigen modernen Werkstoffen, unter einer historischen Verschalung aus Tonscherben in Lehmverputz verborgen, würde dieser Ofen sogar transportabel.


Dietmar
Veni, Vidi, Vitri
Lest mehr WIKI

17

Mittwoch, 4. Juli 2012, 12:57

Hi!

Ein erster Versuch an der Schmiedeesse zeigte, dass Schmiede(=Stein)kohle schon mal nix ist,
das russt und schwefelt zu sehr => Glas wird schwarz. Sieht aber nett aus :-)
Mein Mann (der Schmied) sagte aber, dass Holzkohle bei guter Luftzufuhr genauso heiss wird,
es verbraucht sich nur schneller (geringere Energiedichte).

Ich habe nach dem Buch "Glass, Glassbeads and Glassmaker in northern India" geschaut, das ist
weder in amazon.de noch amazon.com zu haben... vergriffen... Dänisch kann ich nicht, also fällt
Anatolske Glasperler aus ;-)

A Glassblower's Companion gibt es, etwas teuer, aber ich suche mal nach einer gebrauchten Ausgabe.

Servus,

Astrid

18

Mittwoch, 4. Juli 2012, 13:41

Schau mal

Das ist der, den ich gemeint habe.

http://www.rfo.de/mediathek/R_ouml;mer_i…ruck-17817.html



Lg Karin

19

Mittwoch, 4. Juli 2012, 15:48

Hallo Karin,

vielen Dank für die Links. Die Lehmöfen mit beigestellten Blasebälgen finde ich hoch interessant.
Dank meiner Masse (und nicht Maße ;( ) ist eine Feurstelle im Boden nämlich für mich nicht benutzbar.

VG,
Lutz

20

Sonntag, 26. August 2012, 21:07

noch etwas von mir

Nach dem Finnlandurlaub verpasst möan ja auch mal einen tread.

Ich fertige seit 12 Jahren Glasperlen an einer offenen Feuerstelle. Das wichtigste wurde hier schon gesagt, auch wenn ich die von Thorben Sode beschriebenen Öfen nicht für eine Vorführung auf einem Mittelaltermarkt/Museumsfest geeignet halte. Wer schlept schon einen mehreren Meter Durchmessenden Lehmofen mit sich rum?

Meine Versuche der letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, das eine offene Feuerstelle ausreichend ist. Dazu kann das Publikum ohne Probleme zu gucken, was mit einem Kuppelofen, egal welcher Größe nicht möglich ist.
Ich habe dann noch einen kleinen Exkurs aus unserem Seminar für das Keltenmuseum Nonnweiler zum Download auf meine HP gestellt. Wenn Fragen offen bleiben, einfach melden!
Ach ja, die Abmessung der Feuerstelle ist Tiefe 20cm, breite ein Spatenstich x Spatenstich. Dann mit Steinen und Lehm auskleistern ( DAS macht Spaß...)

Unsere nächste Vorführung ist auf dem Mittelalterfest der Asseburg bei Wolfenbüttel am 16. & 16.09. https://www.facebook.com/MittelalterAsseburg
danach auf Ravensberg http://www.burg-ravensberg.de/burgfeste.htm am 06. und 07.Oktober.

Zum einfach Fachsimpen bleibt vor her noch Burg Tannenberg vom 27.09. bis 02.10.2012[url]http://www.dannenberg-convent.de/[/url]

und hier des Extrakt von unserem Perlenseminar http://www.derglasperlenmacher.de/downloads/index.html
Haut aus Eisen - ich lasse mich vom Schicksal nicht nieder prügeln!

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