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1

Donnerstag, 25. September 2014, 22:00

Der richtige Druck für den Head

Hallo,

der Druckminderer für meinen Hot Head Brenner hat 0,5-4 Bar. Es ist das Set von BerlinBeads ohne Manometer.

Die Frage ist nun, welcher Druck am besten ist? Man liest, dass viele mit 2,5 Bar gut zurecht kommen. Einen besonderen Unterschied kann ich jedoch nicht erkennen, außer dass die Flamme mehr Volumen bekommt, wenn man den Druck erhöht.

Die Flamme an sich ist und bleibt gleich, auch bei niedrigerem Druck. Sie hat ein paar orange Zungen,mdie sich durch das Blau der Flamme mischen, ich denke, das ist ok?

Welchen Druck stelle ich also am besten ein? Ändert sich eigentlich die Temperatur der Flamme, wenn der Gasdruck verändert wird, oder eben nur das besagte Volumen?

2

Donnerstag, 25. September 2014, 22:22

Hallo Arne

Der Hot-Head verträgt vom vollen Flaschendruck (bei US-Kartuschen) bis hinunter zu ca. 2,5bar alles. Nimm einfach den niedrigsten sinnvollen Druck, bei dem er noch die größte sinnvolle Flamme für Dich macht. Dann kannst Du die Flamme maximal feinfühlig am Nadelventil einstellen. Dadurch arbeitest Du tendenziell mit einer "magereren" Mischung und es bleibt genug Sauerstoff in der Flamme, um die Farben zu schonen.

Wenn Du jeweils die gleiche Flamme (Gramm Propan je Stunde) einstellst sollte der Vordruck nur die Stellung des Nadelventils zum Erreichen der gewünschten Flamme beeinflussen. Bei 4bar mußt Du ungefähr halb so weit aufdrehen wie bei 2,5bar. Da der Gesamtweg beim hohen Druck kleiner ist, wird das exakte Einstellen halt fummeliger.


Dietmar
Veni, Vidi, Vitri
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3

Freitag, 26. September 2014, 11:03

Das heißt, der Gasdruck beeinflusst also in der Tat nur die Flammengröße, nicht Flammqualität, Temperatur usw.?

4

Freitag, 26. September 2014, 18:06

Hallo Arne.
Wie Dietmar schon sagte: bei niedrigem Druck arbeitet man mit einer "magereren" Mischung. Das ist von Vorteil für die Qualität.
Als Vergleich: Ein Lötbrenner hat ja eine stark reduzierende Flamme, sprich weniger Sauerstoff. Das ist zum Löten super. Zum Perlen eher nicht. Der Hothead ist im Prinzip ein Lötbrenner, der jedoch sehr stark in Bezug auf Luftzufuhr für das Glasschmelzen optimiert ist.
Dein Hothead produziert bei 4 Bar wahrscheinlich eher Grauschleier oder Farbveränderungen im Glas als bei 2,5 Bar.
Die Temperatur dürfte bei mehr Druck und mehr Gas etwas höher ausfallen.
Ich hatte meinen Hothead auf etwa 2,5 Bar laufen. Das hat recht gut funktioniert.

Gruß
Dirk

5

Freitag, 26. September 2014, 21:01

Hallo Dirk

Bei 4bar kann man den Hot-Gead auf genau die gleichen Flammeigenschaften einstellen wie bei 2,5bar. Die Justierung ist aber deutlich fummeliger und man rutscht rascher in die fettere Mischung.

Physikalisch ...

hat man es mit einem Strömungsgleichgewicht in einem Rohr mit Engstellen zu tun. Die Gasmenge die durch eine Engstelle fließt wird grob durch drei Faktoren bestimmt: Der Vordruck, die Größe der Engstelle und der Druck dahinter. Im Brenner sind zwei Engstellen hintereinander, das Nadelventil (variabel) und die Düse (starr). Wenn man jetzt das Nadelventil etwas öffnet fließt etwas Gas durch. Das Gas staut sich an der Düse und wieder ein Teil geht durch. In recht kurzer Zeit baut sich ein Fließgleichgewicht auf, bei dem dann der Druck zwischen Nadelventil und der Düse konstant bleibt. Ob man bei geringem Vordruck das Nadelventil weit öffnet oder bei hohem Vordruck weniger spielt so lange keine Rolle, wie im Bereich der Düse die gleiche Druckdifferenz gebildet wird. Gleiche Druckdifferenz heißt gleicher Fluss und damit gleiche Flamme.

Jetzt noch kurz zu, Bereich mit den Luftlöchern und der Stauscheibe vorne am Brennerkopf. Im Bereich zwischen der Düse und der Staquscheibe (:Ö:) im "Smile-Ö-gramm" saugt der recht schnell austretende Strahl Brenngas von der Seite her Luft an (Bernoulli-Effekt) und vermischt sich damit. Dieser Strahl Gas-Luft-Gemisch ist aber noch schneller als die Zündgeschwindigkeit darin. Die Flamme reißt noch ab (tut sie auch trotz Stauscheibe bei zu magerem Gemisch bei neuer Gasflasche). Die Stauscheibe zweigt einige Anteile davon ab und bremst sie in den dünnen Bohrungen im äußeren Kranz, bis sie langsamer sind als die Zündgeschwindiogkeit. Jetzt brennt ein Kranz kleiner Flämmchen rund um die Hauptöffnung in der Mitte und wird vom schnelletren Gas-Luft-strom zur Mitte gezogen und zum Teil mitgenommen. Der äußere Mantel vom Hauptstrom entzündet sich und setzt nach und nach den gesamten Querschnitt in Brand. An der Spitze des leuchtendblauen Kegels brennt der gesamte Querschnitt. Vorher können die sich zersetzenden Brenngase den Sauerstoff aus dem Glas (und den färbenden Metalloxiden darin) herausziehen, also reduzierend wirken.
[/Physik]


Dietmar


PS: Auch im Wiki bei "Eingasbrenner" im Text ergänzt...
Veni, Vidi, Vitri
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6

Freitag, 26. September 2014, 21:25

Hallo Dietmar.
Ah Heureka, jetzt geht auch bei mir ein Licht auf. Das Einstellventil hatte ich völlig ausser Acht gelassen. Das ist ja im Prinzip auch noch mal ein Druckregler.
Wenn ich es so recht überlege, muss ich gestehen, dass ich nie mit dem Ventil am Brenner eingestellt, sondern es einfach nur aufgedreht hatte.
Prima erklärt.

Gruß
Dirk

7

Freitag, 26. September 2014, 21:54

Hallo Dietmar,

danke für die ausführliche Erklärung. Gerade beim Eingasbrenner ist die Versuchung natürlich groß, möglichst volle Pulle zu geben, um die maximale Hitze raus zu holen, davon ab.

Allerdings konnte ich bisher keine Unterschiede im Ergebnis erkennen, egal ob 2,5 Bar oder 4 Bar. Wie könnte ich das denn prüfen?

8

Samstag, 27. September 2014, 11:45

Ich habe jetzt mal den Hot Head mit knapp 3 Bar laufen lassen. Es dauert sichtbar länger, bis etwas glüht, sieht man am besten an den Dornen. Die Farben sind villeicht etwas stabiler, es vbrutzelt auch nicht so schnell, wenn man man aus Versehen in den blauen Flammkegel kommt.

Insgesamt ist der etwas niedrigere Druck vielleicht auch deshalb nicht so schlecht, weil man gezwungen ist, etwas weniger hektisch zu arbeiten. Es daaaaaauert halt deutlich länger, die Perle rund zu schmelzen (Beadroller noch nicht vorhanden ...), aber das kann besonders bei Einsteigern ja auch durchaus zibesseren Ergebnissen führen, da einem nicht sofor alles weg fließt.

9

Mittwoch, 16. Mai 2018, 15:08

Wie stellt man den Hot Head richtig ein?

Hallo, ich bin Anfänger und habe mal die typische "Von nix ne Ahnung"- Frage.
Zur Erklärung: ich bin nach einem ersten Wochenendseminar sehr plötzlich und über ebay Kleinanzeigen zu einem Brenner und einigem Zubehör gekommen. Leider konnte ich vom Vorbesitzer keinerlei Info mehr bekommen. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Brenners, der nach allen Fotos, die ich im Internet finden konnte, nach Hot Head aussieht, aber schon da bin ich nicht sicher. :huh: :S Der dazugehörige Druckminderer ist nicht verstellbar und produziert 4 bar.
Meine hellblauen und grün-opaken Farben sind nach der Verarbeitung alle schmutzig-braun.
Nachdem ich dieses Forum und diesen Thread gefunden habe, bin ich heilfroh, weil ich immerhin schon mal einige wichtige Hinweise bekommen habe. So werde ich mir wohl einen verstellbaren Druckminderer zulegen. Etwas ist mir aber leider noch nicht klar: Wo ist am Hot Head das Nadelventil, und wie kann ich es verstellen?
Ist das der "Ein/Aus-Regler" am Übergang von Schlauch zu Brenner, mit dem ich das Gas an oder abdrehe? Oder gibt es da noch was, was ich bisher nicht entdeckt habe?
Ich würde mich freuen, wenn mir da jemand helfen könnte!
Vielen Dank im Voraus.

10

Mittwoch, 16. Mai 2018, 18:53

Hallo Juli,
herzlich willkommen im PT und im Perlenfieber! Ja, das Nadelventil ist das Regulierrad, oder wie Du es nennst: Ein- und Ausschalter, am Eingasbrenner. Für die Bestimmung Deines Brenners wäre ein Foto davon hilfreich, falls Du es genau wissen möchtest!

Liebe Grüße und viel Spaß und Erfolg,
Barbara
To bead or not to bead....that is no question!


http://www.paderperlen.de

11

Mittwoch, 16. Mai 2018, 20:44

Hallo Juli

Auch von mir ein Herzlich Willkommen!

Mit diesem Problem bist Du nicht aleine. Auch ich habe mich experimentell damit auseinandersetzen müssen, damals noch ohne Internet und Bücher. Ich tippe mal darauf, daß Du einfach noch nicht so genau weißt, wo in der Flamme der richtige Ort zum Arbeiten ist. Vermutlich arbeitest Du momentan im leuchtend blauen Kegel der Flamme. Dort wird das Glas immer reduziert (wird Sauerstoff entzogen). Die Flamme ist aber größer: Wenn Du Glas in die Flamme hältst und ohne Didymiumbrille die Flamme betrachtest, dann zeigt das gelbe Leuchten die wahre nutzbare Größe der Flamme.

Ich schicke Dich mal ins WIKI (Link in meiner Signatur) und nach dem Wort "Reduzieren" suchen. Unter diesem Stichwort gibt es eine Anleitung, wie Du dieses Problem meistern kannst. Du wirst auch lernen, wie man die Flamme richtig einstellst (knapp vor dem Verlöschen, wenn Du langsam zu drehst). Wenn Du gut Farbnuancen unterscheiden kannst, dann achte darauf, daß die Flamme (ohne Glas) eher einen leichten Violettstich haben soll, statt ins Türkise zu gehen. Arbeite, wenn nicht anders beschrieben, im blassen Flammsaum, der hinter dem leuchtendblauen Kegel ist.

Der Hot-Head ist für den Betrieb mit dem vollen Druck von Propan ausgelegt. In den USA kann man ihn direkt auf die dortigen Gaskartuschen aufschrauben und so benutzen. Das ist mehr als Dein Druckminderer (4bar) liefert. Leichter einstellbar wird die Flamme mit einem Vordruck von 2,5bar. Bei deutlich weniger Druck brennt der Hot-Head instabil oder auch mal nicht.


Ich hoffe mal, daß Du mit diesen Tipps Dein Problem lösen kannst. Vieles ist Übungssache und man muß auch sehen lernen, was innerhalb der Flamme passiert. Zur Not fragst Du halt nochmal nach...


Dietmar
Veni, Vidi, Vitri
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »dietmar« (16. Mai 2018, 20:50)


12

Mittwoch, 16. Mai 2018, 22:18

Dankeschön!

Hallo Barbara und Dietmar,
vielen Dank schon mal für die Antworten. Ich werde gleich mal versuchen, ein Foto meines Brenners hochzuladen. Und dann werde ich mir mal den Beitrag über das Reduzieren anschauen. Momentan ist fast alles, was ich so produziere, schmutzig braun-grau-orange.Aber ich bin schon beruhigt, dass das eine Art Standart-Anfängerproblem ist. Da fühlt man sich gleich weniger alleine. ;) 8) :D
Liebe Grüße
Juli

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